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PRESSEMITTEILUNG:

Hofgeismar, 03. Juli 2017
MdL Hofmeyer zu Lehrer-Arbeitsverträgen

Zu viele Befristungen und Entlassungen vor den Ferien

MdL Hofmeyer zu Lehrer-Arbeitsverträgen
Zu viele Befristungen und Entlassungen vor den Ferien

Die örtliche SPD-Landtagsabgeordnete Brigitte Hofmeyer thematisiert erneut die vielen befristeten Arbeitsverträge in den Schulen und die unsägliche Praxis, Jahr für Jahr vor den Sommerferien über 1.000 Lehrkräfte in die Arbeitslosigkeit zu entlassen.

„Gerade jetzt, wo viele Schulen über Lehrermangel klagen, kann das Einstellungsverhalten der Landesregierung nicht länger toleriert werden“, kritisiert die SPD-Abgeordnete.

Die Zahl der befristeten Arbeitsverträge sei seit Jahren viel zu hoch und habe im Schuljahr 2016/17 mit 4.923 wieder einen Höchststand erreicht. Waren es im Schuljahr 2014/15 noch 4.295, so belief sich die Zahl der Befristungen im letzten Schuljahr auf 4.469 und schnellte jetzt noch einmal um ca. 500 nach oben.

„Mit diesen vielen Befristungen nimmt die Landesregierung seit Jahren Abwanderungen von Lehrkräften in attraktivere Beschäftigungsverhältnisse auch außerhalb Hessens in Kauf“, so Hofmeyer. Es sei unerträglich, wie man mit einst motivierten Lehrerinnen und Lehrern umgehe. Dass die vielen Kettenverträge über fünf Jahre und länger in diesem Bereich zu Mut- und Perspektivlosigkeit führten, sei nicht verwunderlich. Mit dieser Praxis sei der Lehrermangel ein Stück weit hausgemacht und motivierter Nachwuchs verständlicher Weise nicht in Sicht, kritisiert Hofmeyer. „Darunter leiden Schülerinnen und Schüler genauso wie die Lehrkräfte und vor allem die Qualität in unseren Schulen“ stellt die Abgeordnete fest.

Die Versprechungen des Kultusministeriums, befristete Stellen zu reduzieren, würden wieder nicht umgesetzt. Die erhoffte Kehrtwende zu mehr dauerhaften Beschäftigungsverhältnissen und mehr Qualität in der Lehrerversorgung bleibe wiederum aus.

Ein weiterer Skandal zeichne sich auch vor diesen Sommerferien ab: Ca. 1.000 Vertretungskräfte werden Jahr für Jahr vor den großen Ferien entlassen und nach den Ferien wiedereingestellt. „Ein solch unsoziales Verhalten kritisiert die SPD seit Jahren. Die Lehrkräfte werden in Ungewissheit und finanzieller Abhängigkeit gehalten, und das ist ein Skandal“, sagt Hofmeyer.

Die Bundesagentur für Arbeit beklage zu Recht, dass sie in dieser Zeit die Sozialkosten übernehmen müsse und Hessen mit dieser Praxis bundesweit den unrühmlichen 2. Platz einnehme. Ein solcher Umgang mit Beschäftigten mache den Lehrer-Job weder attraktiv noch zukunftsfähig. Der Kultusminister müsse sich bei diesem Umgang mit Personal nicht über Lehrermangel wundern, meint die SPD-Landtagsabgeordnete.

03.07.2017