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PRESSEMITTEILUNG:

Hofgeismar, 16. Mai 2018

MdL Brigitte Hofmeyer kritisiert „Ahnungslosigkeit“ bei Unterrichtsausfall

MdL Brigitte Hofmeyer kritisiert „Ahnungslosigkeit“ bei Unterrichtsausfall

Nach Aussage von Kultusminister Lorz komme es in Hessen in der Regel nicht zum Ausfall von Unterrichtsstunden, da in jeder Schule ein Vertretungskonzept existiere.
„Wir erleben aber tagtäglich, dass Schulstunden ausfallen oder fachfremd vertreten werden, doch der Kultusminister spielt den Unterrichtsausfall herunter“, kritisiert Brigitte Hofmeyer als Mitglied im Kulturpolitischen Ausschuss des Hessischen Landtags.

„Wer es sich so einfach macht und nicht einmal wissen will, wie viel Unterricht ausfällt, leidet unter Realitätsverlust. Es kann nicht sein, dass der Kultusminister den Unterrichtsausfall herunterspielt und damit die Bildungschancen von Kindern und Jugendlichen aufs Spiel setzt“, kritisiert die SPD-Landtagsabgeordnete.

Eltern, Lehrkräfte und Schüler vor Ort wüssten, dass die Aussage des Kultusministers nicht der Realität entspreche. Tatsächlich fiele an fast jeder Schule kurz und oft auch langfristig Unterricht in nahezu jedem Fach aus.
Es sei ein Armutszeugnis, dass die Landesregierung weder über Zahlen zu Unterrichtsausfällen noch über Krankheitstage verfüge.

Nach einer Stichprobe der Landesschülervertretung, bei der die Vertretungspläne von 97 weiterführenden Schulen ausgewertet wurden, fielen am 11. April 2018 an diesen Schulen 1.605 Stunden aus. Hochgerechnet auf alle weiterführenden Schulen in Hessen bedeute dies einen Ausfall von 16.500 Stunden an einem Tag. „Erschreckend ist, dass die Landesregierung diesen Zustand für völlig in Ordnung hält“, zeigt sich Hofmeyer fassungslos. Das Thema werde in Wiesbaden absolut heruntergespielt und sogar die Stundenausfälle in Zweifel gezogen.

Unterrichtsausfall, Überlastung von Lehrkräften und Lehrermangel seien keine Lappalien, so die SPD-Landtagsabgeordnete. Schwarzgrün ignoriere die Probleme und lasse Eltern lieber im Unklaren anstatt regelmäßig und umfassend zu informieren. Auf den sich seit Jahren abzeichnenden Lehrermangel sei viel zu spät reagiert worden.

Hofmeyer kritisiert, dass die Landesregierung den Vertretungsunterricht grundsätzlich als vollwertigen Unterricht ansehe. Denn dieser müsse oft von Lehrkräften gehalten werden, die nicht in dem jeweiligen Fach ausgebildet wurden. 6.000 Personen, die im hessischen Schuldienst unterrichten, verfügten weder über ein Lehramt noch eine Lehrbefähigung.

In diesem Zusammenhang müsse auch die hohe Zahl der weit über 4.000 befristeten Arbeitsverträge von Lehrerinnen und Lehrer gesehen werden. Diese jahrzehntelange unzuverlässige Personalpolitik in Hessens Schulen hätte dazu geführt, dass viele Lehrkräfte in andere Bundesländer getrieben wurden. Diese Hinhaltepolitik räche sich heute und verstärke den Lehrermangel in unseren Schulen, bilanziert Hofmeyer.


Hofgeismar, den 16.05.2018